Was machen Insekten im Winter

Im Frühling und Sommer summen, brummen und krabbeln sie emsig um und auf uns herum. Insekten und Spinnentiere. Aber was machen Insekten und Spinnen eigentlich in der kalten Jahreszeit?

Mehr als 40 Prozent aller weltweit vorkommenden Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. Ich möchte mit diesem Projekt den Insekten eine Stimme geben, damit die Menschen diese wichtigen Erdbewohner in einem anderen Blickwinkel sehen. Ich wünsche mir, dass die Menschen Insekten und Spinnen respektieren, auch wenn sie winzig sind und uns manchmal lästig erscheinen. Insekten sind wichtig und erfüllen einen Zweck. Sie dienen als Bestäuber von Pflanzen, als Abfallverwerter oder als Nahrung für andere Tiere, wie z.B. Vögel.

Dieses kleine Projekt ist entstanden, als ich mitten im November bei uns auf dem Schlafzimmerboden eine Wespe im Zeitlupentempo habe kriechen sehen. Ich habe sie vorsichtig in die Pflanzen draussen auf unserer Terrasse gesetzt und dann recherchiert, was Wespen im Winter eigentlich machen. Als mir dann beim Lesen über die Wespen gleich ein Bild im Kopf aufgetaucht war (Illustratoren eben), habe ich es gleich gezeichnet. Ich recherchierte noch über andere Insekten und Spinnen und schon war dieses Projekt geboren.

1. Wespen
Wenn Du Ende Herbst oder Anfang Winter eine Wespe siehst, dann handelt es sich um eine Jungkönigin, denn nur sie überleben den Winter. Ihr Körper produziert eine Art Frostschutzmittel, das sie vor Kälte schützt. Nach dem Hochzeitsflug im Herbst, sucht sie sich ein Winterquartier (altes morsches Holz in Baumstümpfen, Dachbalken, Brennholzstapel) und fällt dann in eine Winterstarre, in der sie eine besondere Körperstellung einnimmt. Sie packt die Flügel unter den leicht gewölbten Körper und zieht Fühler und Beine an. Die Atmung wird ganz flach und der Stoffwechsel wird fast komplett heruntergefahren. Sie wirkt wie tot. Im Frühling erwacht sie langsam und gründet ein neues Volk. Spannend, nicht wahr?

 

2. Ameisen
Wusstest Du, dass Ameisen im Winter in eine Kältestarre verfallen? Im Ameisenhügel ist es fast das ganze Jahr über ziemlich kuschelig warm. Deshalb sind Ameisen von März bis Oktober immer sehr aktiv. Im Winter jedoch zieht sich das ganze Volk mit der Königin in den unterirdischen Teil ihres Baus zurück, verschließt alle Gänge und fällt dann in eine Kältestarre. Sie bewegen sich dann fast nicht mehr und nehmen auch keine Nahrung zu sich. Sie bleiben steif bis die Sonne im nächsten Frühjahr den Waldboden wärmt. Dann erwachen die Ameisen und das neue Ameisenjahr beginnt von vorne 🐜🐜🐜

 

3. Wasserspinnen
Das ist Elfriede. Elfriede ist eine Wasserspinne. Wusstest du, dass Wasserspinnen gerne in einem Schneckenhaus überwintern, welches sie auf dem Grund der Gewässer finden? Sie füllen das Schneckenhaus mit Atemluft und verschliessen es mit einem Gespinst. Dann lassen sie sich samt Schneckenhaus an die Oberfläche treiben, frieren dort im Eis ein und verharren in Kältestarre, bis der Frühling kommt. Ziemlich krass oder?

 

4. Schmetterlinge
Insekten haben ganz ausgeklügelte Methoden, den Winter zu überstehen. Etwas ganz Besonderes hat sich Moritz ausgedacht, denn Motitz ist ein schwarzgefleckter Bläuling. Dieser Schmetterling fängt im Herbst an, als Raupe eine Ameisenstrasse zu suchen. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil Ameisen Schmetterlingsraupen eigentlich fressen. Diese schwarzgefleckte Bläulingsraupe sondert jedoch über ihren Rücken eine süsse Flüssigkeit ab, die den Ameisen so gut schmeckt, dass sie lieber die Flüssigkeit abschlabbern, anstatt die Raupe zu fressen. Also schleppen sie die Raupe in ihren Bau, in eine der Brutkammern, in der sie zusammen mit den Ameisen in aller Ruhe überwintern kann. Während die Ameisen den Winter durch in einer Kältestarre verharren, ernährt sich die Raupe von den Ameiseneiern und -larven. 🐜🐜🐜

 

5. Mücken

Das ist Conny. Conny ist eine Mücke. Eine Wintermücke☝️Wusstest du, dass es Wintermücken gibt? An sonnigen Wintertagen sieht man manchmal Mückenschwärme fliegen, die an unsere sommerlichen Stechmücken erinnern. Stechmücken würden aber im Winter erfrieren. Wintermücken hingegen sind kälteresistent, denn in ihrem Blut befindet sich eine glycerin-ähnliche Substanz, die als Frostschutzmittel dient. Sie kann somit den ganzen Winter aktiv sein und muss keine Winterpause einlegen. Keine Angst, die Wintermücken ernähren sich nicht von menschlichen Blut, denn ihre Mundwerkzeuge sind nicht dafür geeignet. Es wird davon ausgegangen, dass sie sich von Pflanzensäften ernähren. Interessant, nicht wahr?